


„Fernando Porta“ in „Die Grönholm-Methode“ von Jordi Galceran
„Wir suchen nicht einen guten Menschen, der nach außen ein
Arschloch ist. Was wir suchen, ist ein Arschloch, das nach
außen ein guter Mensch ist“.
Für den Posten des kaufmännischen Direktors eines international führenden Konzerns haben es vier Bewerber in die Endauswahl geschafft. Alle werden zum letzten entscheidenden Vorstellungsgespräch eingeladen – allerdings gemeinsam.
Ohne wirklich zu wissen, was von ihnen erwartet wird, stellen sich die vier Manager der ungewöhnlichen Bewerbungssituation. Schon die erste Aufgabe sät Misstrauen unter den Kandidaten: Einer von ihnen soll ein Vertreter der Personalabteilung sein.
Premiere: 16. März 2012, Landestheater Vorarlberg, Bregenz

„Gabe“ in „Freunde zum Essen“ von Donald Margulies
Donald Margulies nimmt in seinem Stück über Freundschaft und Ehe die eigene Generation aufs Korn: in den Vierzigern jetzt, mit noch schulpflichtigen Kindern, gut situiert wie er selbst als Professor an der Yale School of Drama, und doch verunsichert in dem Bewußtsein, dass echte Lebensveränderungen nur jetzt noch möglich scheinen, während ein überlegtes Festhalten am Erreichten und Gewohnten schon die Schatten zunehmender Verwundbarkeit und Vereinsamung ahnen lässt.
Für „Dinner with Friends“ erhielt Donald Margulies u.a. den Pulitzer Prize for Drama 2000 und den American Theatre Critics Association New Play Award.
Premiere: 14. Oktober 2011, Landestheater Vorarlberg, Bregenz

„Tiger Brown“ in „Die Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht / Kurt Weill
„Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“
Der Dreigroschenoper gelang es, die weltweiten sozialen und ökonomischen Zerfallsprozesse des Zwanzigsten Jahrhunderts exemplarisch und dabei bitterböse unterhaltsam in Szene zu setzen. Auf der einen Seite erscheint der Bettlerkönig Peachum als Musterbeispiel des Geschäftemachers, für den Not und Armut nichts anderes sind als Mittel zum Zweck; auf der anderen Seite entpuppt sich der skrupellose Verbrecher Mackie Messer als Prototyp so genannter bürgerlicher Solidität. Peachum mobilisiert die Bettlermassen, organisiert eine Demonstration des Elends und droht, den Krönungszug zu stören, falls der korrupte Polizeichef Tiger-Brown sich weigern sollte, Mackie Messer zu verhaften, der Peachums Kreise störte.
Premiere: 30. September 2011, Landestheater Vorarlberg, Bregenz

„In den Alpen“ von Elfriede Jelinek
Elfriede Jelinek nimmt das verheerende Bergbahnunglück von Kaprun, das im November des Jahres 2000 auf grausame Weise 155 Todesopfer forderte, als Kulminationspunkt unseres zentralen zivilisatorischen Antagonismus, als das komplizierte Verhältnis von Natur und Kultur. In einer ganz anderen Welt, der Welt der Toten und Wiedergänger, in einer gespenstisch anmutenden Talstation einer Seilbahn begegnen sich Opfer und Helfer, Sportler und Spaziergänger, Fremde und Einheimische und ergehen sich in einem infernalischen Parlando über Heimat und Entfremdung, über den Zusammenhang des Sich-selbst-Findens und der Kunst des Snowboardens, über Sportunfälle und Massenvernichtung.
Premiere: 25. Feb. 2011, Landestheater Vorarlberg, Bregenz

„Pierre Peters“ in „DAS INTERVIEW“ nach Theo van Gogh
Pierre Peters, ein renommierter Politredakteur, wird beauftragt, die erfolgreiche Soap-Darstellerin Katja zu interviewen. Für jemanden, der gerade an einem politischen Skandal dran ist, der journalistische Abstieg schlechthin – eine fast schmerzhafte Unterforderung bzw. Degradierung, der Peters zunächst mit vehementem Trotz begegnet, mit Ignoranz und herablassenden Fragen. Denn nicht zuletzt wird hier die ernsthafte politische Auseinandersetzung mit den seichten Nichtigkeiten der Halbprominenz konfrontiert. Das Interview wird abgebrochen, wieder aufgenommen und verwandelt sich fast unmerklich in ein komplexes Spiel zwischen Angriff und Rückzug, zwischen „echter“ emotionaler Anteilnahme und boshafter Intrige. Und bis zum „Showdown“ einer wechselseitigen Beichte des angeblich „tiefsten“ Geheimnisses, bleiben die Grenzen zwischen süffisantem Spiel und bitterem Ernst, zwischen Lüge und Wahrheit undurchsichtig.
Durch die subtile Analyse psychischer Reaktionen gelingt in „Das Interview“ eine präzise Beschreibung jener vollends theatralisierten Welt, wie sie die Medien täglich erschaffen.
Premiere: 04. November 2010, Landestheater Vorarlberg, Bregenz






